|
Anschlag auf Homo-Denkmal |
|
|
|
|
Geschrieben von Michael Ermisch
|
|
Montag, 6. April 2009 |
Erneuter Anschlag auf Homosexuellen-Denkmal
In der Nacht zum 5. April 2009 wurde das Denkmal in Berlin-Mitte zum dritten Mal innerhalb von neun Monaten angegriffen. Nur zwei Tage nach dem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses eines Aktionsplanes gegen Homophobie und an dem Wochenende an dem der NPD-Parteitag in Berlin stattfand, wurde die Sichtscheibe in der Betonstele, die den Blick auf einen Videofilm mit zwei sich küssenden Männern eröffnet, zerkratzt und massiv beschädigt.
Der Verbandstag des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) verurteilt den erneuten Anschlag auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen auf das Schärfste. Jede Schändung eines Gedenkortes für Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt, gefoltert und ermordet wurden, ist eine zutiefst abscheuliche Tat.
Die wiederholten Anschläge auf das Denkmal zeigen:
Homosexuellenfeindlichkeit ist nach wie vor stark verbreitet. Allein der Anblick eines Kusses zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts kann massive Gewalt hervorrufen. Das ist bis heute auch bittere Alltagserfahrung vieler Schwuler und Lesben. Viele haben bereits antihomosexuelle Gewalt erleben müssen. Es wird höchste Zeit, dass auch die Bundesregierung, insbesondere der Bundesinnenminister hier endlich tätig wird und vor homophober Gewalt nicht mehr die Augen verschließt.
Das Homosexuellen-Denkmal soll die Verfolgten und Ermordeten ehren wie auch die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen wachhalten. Gleichzeitig soll es auch für heute ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Feindseligkeit gegenüber Schwulen und Lesben setzen. Die immer wieder kehrenden Anschläge machen deutlich, wie notwendig das Denkmal auch für die heutige Zeit ist.
|
|
Letzte Aktualisierung ( Montag, 7. Juni 2010 )
|