|
Magnus, MFB 2009 im August 2009 |
|
|
|
|
Geschrieben von Magnus Reisinger
|
|
Dienstag, 7. Juli 2009 |
CSD - Volksfest oder Politdemo?
Ich gebe zu, das Thema ist nicht neu. Doch war ich auf den CSDs in Berlin und Köln und werde auch in Leipzig, Konstanz, Hamburg, Hannover und Dortmund sein. Nach München schaffe ich es nicht, da ich zeitgleich in Leipzig bin und ich kleinere CSDs stärken möchte.
Doch die Gebühren sind z.T. sehr hoch.
In Hamburg ist ein Wagen ohne Musik ganz kostenfrei; kommerzielle zahlen aber 750 Eur Start- plus 120 Eur Gemagebühren. In München ist es ab 150 und in Köln ab 180 Eur möglich, mitzumachen. In Berlin sind die Gebühren nur noch für gemeinnützige Vereine ausgenommen. Eingetragene Vereine und Parteien sind den kommerziellen gleichgestellt und zahlen z.B. für bis zu 6 Meter Wagen 200 Eur. BLF noch BOG hatten wohl daher keinen eigenen Wagen. Das BOG dennoch vertreten war, lag an einer Einladung von Brasileuro/Gaymaxx. Auch wenn das wegen des Sicherheitspersonals nicht reibungslos war, herzlichen Dank dafür!
In München gibt es die Vorschriften, dass nur Vereine, Gruppen, Initiativen und Unternehmen der Community teilnehmen dürfen, um den politischen Charakter zu wahren. Es gibt 150 Eur Gebühren für Sicherheit, Gema etc. und Unternehmen zahlen 250 Eur zusätzlich. Da können Köln und Berlin von Hanseaten und vom Freistaat lernen.
Hoffen wir, dass die Kommerzialisierung nicht weiter um sich greift. In Berlin ist das Folsomfest ja auch kommerzialisiert und Vereine werden dort kaum vertreten sein. Ob das die Community stärkt oder ihr schadet, bleibt dahingestellt.
Ein anderer Aspekt ist die politische Dimension. Eine Festparade à la Loveparade oder Karneval ist schön, aber wichtiger finde ich die politische Aussage. Präsent zu sein und gegen Diskriminierung anzukämpfen ist gerade in Zeiten der homophoben Übergriffe in Berlin Kreuzberg und Schöneberg notwendig. So ist der Aufruf der Piusbruderschaft zu einer Demo gegen den CSD in Stuttgart lächerlich. Denn sie setzt diese Gegendemo mit dem Einsatz von Christen gegen Euthanasie in der NS-Zeit gleich. Selbst Äußerungen des Linzer Bischofs Gerhard Maria Wagner, der behauptet Homosexualität sei heilbar, dürfen nicht unbeantwortet bleiben.
Gesetze sind da gut. Wichtig ist aber, dass im Bewusstsein der Menschen ankommt, dass Schwule, Lesben, Trangender what ever Menschen sind, die es zu respektieren und zu akzeptieren gilt. Und das geht nur, wenn wir uns zeigen, Diskriminierungen aufdecken und ein gutes Beispiel vorleben. Denn nicht immer verhält sich unsere ach so geschätzte Community so, wie wir es einfordern. Deshalb respektiert heterosexuelle Menschen auch mit Vorbehalten, setzt euch mit ihnen im Gespräch auseinander, zeigt ihnen aber, dass auch wir genauso selbstverständlich Liebesbeweise in der Öffentlichkeit geben dürfen!
Euer Magnus (MFB-09)
|
|
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 7. Juli 2009 )
|