|
Geschrieben von Matthias Schumacher
|
|
Donnerstag, 23. Juli 2009 |
Ein herzliches Hallo,
auch dieses Jahr reise ich durch Deutschland und teilweise darüber hinaus und beteilige mich an den CSD´s und Straßenfesten. Hierbei werbe ich mit dem Projekt WE ARE ONE FAMILY /WIR SIND EINE FAMILIE für Integration - hauptsächlich für Behinderter unter anderen in unserer Szene.
Bereits im verfangen Jahr erlebte ich während meiner Amtszeit als Mr. Kraftradfahrer & Mr. Fetisch Biker das bei viele Veranstaltungen nicht an Integration gedacht wird, hierbei darf das finanzielle nicht als Argument genutzt werden, auch die Anzahl der betroffenen Personen ist unrelevant.
Leider berücksichtigen viele Organisatoren bis heute nicht, dass es gilt Menschen zu integrieren denn es ist leicht die Barrieren beiseite zu räumen.
Es sollte zum Beispiel beim Motzstrassenfest daran gedacht werden, dass nicht nur ein kleiner Teil auf der Hauptbühne in Gebärdensprache übersetzt wird.
Auf jeder Bühne sollten Gebärdensprachdolmetscher stehen die dann auch das gesamte Programm für Gehörlose in Gebärdensprache übersetzt.
An den Verkaufsständen sollte ebenfalls an Rollstuhlfahrer, Blinde und Gehörlose gedacht werden.
Wie soll ein Rollstuhlfahrer eine Bestellung aufgeben wenn er nicht einmal gesehen wird weil er sich nicht aufstellen kann?
Warum liegen keine Karten aus, die von Gehörlose genutzt werden können um zu bestellen?
An vielen Ständen ist es so, dass die Leute auf sich aufmerksam machen müssten, dafür muss man das Personal sehen können.
Wie sollen das Blinde machen, ist es dann nicht ratsam auf die Leute zu achten und zu zugehen?
Beim CSD in Berlin sollte an der Bühne ein Bereich für Behinderte geschaffen werden damit sie freien Blick auf die Bühne haben. Das Rollstuhlfahrer in der Menge sitzen und lediglich denjenigen auf den Hintern schauen der vor ihn steht, hat nichts mit Integration zu tun.
Auch gehörlose Menschen können die beiden Dolmetscher nicht sehen wenn sie nicht an die Bühne ran kommen und in Sichtweite stehen weil sie durch die Menschenmenge nicht durch kommen.
In München fand ich es, das nach der Parade auf der Hauptbühne in Gebärdensprache übersetzt wurde, sehr schön. Allerdings ist es sehr schade, das am Sonntag das Geschehnisse nicht übersetzt wurde, diese trafen sich dann abseits da sie das Geschehnis so wieso nicht verfolgen konnten.
Auch hier standen die Rollstuhlfahrer in der Menschenmenge und es gab kein geeigneten Platz an der Bühne.
Deutschlandweit werden Behinderte bis heute unzureichend bis mangelhaft berücksichtigt, dies sollte sich bis nächstes Jahr ändern.
Ein sehr positiver Lichtblick war der grenzüberschreitende CSD in Kreuzlingen-Konstanz, hier war es selbstverständlich, dass auch auf Behinderte Rücksicht genommen wurde, sie ohne Umstände direkt zur Bühne kamen.
Auch der Lederpot in Dortmund schreibt damit Geschichte seine Veranstaltung Barrierefrei zu gestalten. Dies sind sehr positive Lichtblicke, denn wir sind eine Familie, egal ob Behindert oder nicht, woher auch jemand kommen mag ...
Wenn wir hierfür mit rat und tat zur Seite stehen können werden wir dies gern tun, bitte kommt auf uns zu.
Was soll diese Kolumne?: sie soll bewirken, dass wir es gemeinsam angehen und es schaffen Barrieren ab zu bauen.
Bitte seht dies als positive Kritik und lasst es uns gemeinsam angehen um auch hier die Menschen einzubinden.
Mit besten Grüßen
Matthias S.
WE ARE ONE FAMILY /
WIR SIND EINE FAMILIE
|