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Die ersten einhundert Tage |
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Geschrieben von Magnus Reisinger
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Sonntag, 26. Juli 2009 |
Sehe ich die 100 Tage zurück, kommt es mir vor, als hätte ich die Schärpe schon immer gehabt. Das Leben hat sich seitdem so turbulent verändert und die vielen Erfahrungen gehen auf keine Kuhhaut. Ich habe mit einer Vollzeitstelle und Schärpentourismus wenig Zeit für andere Dinge. Leider machte ich Erfahrungen mit persönlichen Diskriminierungen einiger Menschen aus meiner Kirchengemeinde. Der Kampf gegen Diskriminierungen anders denkender und liebender Menschen in der deutschen Gesellschaft und darüber hinaus haben mein Bewusstsein geschärft.
Dazu kam das Kennen lernen der anderen Schärpenträger und anderer Clubs sowie die Auseinandersetzungen in der Fetischszene Berlin. Viele verschiedene Leute mit ihren je eigenen Ansichten konnte ich kennen lernen. Einige fahren Motorrad, andere sind politisch aktiv, tragen Fetischkleidung oder waren einfach nur auf den CSD.
Da ich keine Lobby und keine Sponsoren habe, musste ich mit Hilfe von BOG und den Schwestern des OSPI so manches selbst organisieren.
Anfragen an die Organisationsteams von CSD-Umzügen und -Festen endeten damit, dass es z.B. in Münster keine "Fetischszene" gebe; ich könne zwar gern kommen aber Platz auf der Bühne wäre nicht. Damit wird bewusst ein Teil unserer Community, nämlich die Fetischszene, ausgeblendet. Ich erhielt jedoch spontane Einladungen mit der Möglichkeit, ein Grußwort auf dem offiziellen CSD Wagen in Leipzig zu halten.
Auch der Aufwand von Zeit und Geld hat mit zu denken gegeben. Was ich getan habe, tat ich gern, doch habe ich schon über 600 EUR und 10 Urlaubstage investiert. Da sei angemerkt, dass mein großer Dank an den ersten grenzübergreifenden CSD in Kreuzlingen/Konstanz geht. Deren Organisationsteam hat mich komplett eingeladen. Dort war die Aufnahme besonders herzlich und mit meinem bescheidenen Stil hat mich das Wochenende keine 30 EUR gekostet. Dem CSD-Team die Fahrtkosten allerdings auch nur 63 EUR, da ich keinen Liegewagen und kein Flugzeug benutzt habe, sondern in Kauf nahm, jeweils ca. 12 Stunden im Zug zu sitzen. Das ist Geben und Nehmen.
Ich finde gut, dass verschiedene Gruppen ihre je eigenen Repräsentanten haben, doch sei angemerkt, dass es Probleme geben kann. Nächstes Jahr wird zum ersten Mal über Ostern die Wahl des Mister Radbikers 2010 durchgeführt. Ich wünsche diesem Vorhaben gutes Gelingen, viele Kandidaten und auch Sponsoren, denn es ist immer mit finanziellem Aufwand verbunden.
Doch desto mehr Schärpenträger es gibt, desto weniger Aufmerksamkeit erhält der Einzelne. Es gibt nicht automatisch mehrere Sponsoren und mehr Kandidaten. Es wird also häufiger vorkommen, dass Wahlen mit ein oder zwei Kandidaten stattfinden werden. Auch Reisekostenzuschüsse für Titelträger die teilweise gezahlt werden, könnten gekürzt werden. Weder die kürenden Clubs, die man mitrepräsentiert, noch die einladenden Clubs bzw. Festorganisatoren, die sich mit den Schärpenträgern schmücken wollen, sind nicht immer dazu in der Lage. Das wird uns Titelträger zurückhalten, auf viele CSD zu gehen.
Doch freue ich mich, noch ca. zweidrittel der Amtszeit vor mir zu haben und bei der Weitergabe der Schärpe nächstes Jahr mitwirken zu können. Allen Kollegen meinen herzlichen Dank für gegenseitige Hilfe bei Übernachtungen, Tipps und Hilfe im Amt. Auf weitere gute Zusammenarbeit freue ich mich und gebe jederzeit gern Hilfe, wenn ich dies kann. Gestalten wir zusammen unsere Community!
Euer Magnus (Mr. Fetish Biker 2009)
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 26. Juli 2009 )
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