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Sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Magnus Reisinger   
Donnerstag, 6. August 2009
Wahlen sind angesagt und einige Parteien wollen den Artikel 3 des Grundgesetzes, unserer Verfassung, durch einen Zusatz erweitern. Doch ist das der richtige Weg?

Der Text nach dem bekannten: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. schränkt diese meines Erachtens ein und sollte besser ganz gestrichen werden: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden (Artikel 3 GG Abs. 3).

Wegen Vertreibung und Holocaust sahen die Mütter und Väter des Grundgesetzes sich genötigt, die Frage nach der Heimat und der Religion hervorzuheben, doch ist das noch nötig? Sollte man nicht die Gleichheit des Menschen vor dem Gesetz uneingeschränkt schützen? Jede Person hat individuelle Prägungen und Neigungen oder trifft Entscheidungen, wie die von Religiösität, die respektiert werden müssen.

Für mich gehört die sexuelle Identität dazu und muss nicht eigens erwähnt werden. Doch wenn etwas erwähnt wird und damit die Gefahr besteht, dass irgendetwas ausgeschlossen werden könnte, dann sollte alles aufgezählt werden: Niemand darf wegen Linkshändigkeit, Tätowierungen, Piercings, Krawatten, Schmuck Tragens, roter Schuhe etc. benachteiligt werden.

Gesetze sind zwar gut, aber was wichtig ist, ist das Denken in den Köpfen. Da helfen Gesetze wenig. Doch Menschen sind es, die andere diskriminieren, verprügeln oder ermorden! Hier helfen andere Maßnahmen, wie Flagge zeigen, sich nicht verstecken und im Alltag mit Sympathie zu werben. Übersteigerte Gegendemonstrationen sind zwar wichtig, um Akzente zu setzen, doch können subtilere Aktionen eher die Leute zum Nachdenken und somit zum Überdenken der eigenen Meinung bewegen.

Die Piusbrüder z. B. wenden sich mit dem Gebot Du sollst nicht ehebrechen gegen Homosexuelle. Das ist meines Erachtens absurd, da homosexueller Verkehr nichts mit Ehebruch zu tun hat. Doch schlimmer als diese Fehleinschätzung, die eventuell auf mangelnden Intellekt zurückzuführen ist, ist deren Missachtung des christlichen Doppelgebots der Liebe: Die Gottesliebe und die Nächstenliebe.
Alle Geschöpfe Gottes haben dieselbe Würde und Gott schuf die Vielfalt, die gut ist. Also versündigen sich diese Menschen, wenn sie die Schöpfung Gottes bemäkeln und Menschen ihre Würde nehmen.

Lassen wir es nicht so weit kommen. Wir sollten uns zeigen, mit Sympathie werben und denen ihre Absurdität vor Augen führen!
 
Euer Magnus (MFB-09)
 
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