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Was ist eigentlich Fetisch? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Magnus Reisinger   
Dienstag, 8. September 2009
Nun ist sie für dieses Jahr zu ende, die Zeit der CSD, Straßenfeste und Leder- bzw. Fetischtreffen. Sicher gibt es kleinere Treffen wie den Christkindlsmarkt und andere. Das ist auch gut. Denn an warmen Tagen ist es manchmal schon eine Tortur, seinen Fetisch wie z. B. Leder oder Gummi zu tragen.
Doch was ist eigentlich Fetisch? Es gibt nicht nur die beim Motorrad fahren und Reiten sicherheitsbedingten Kleidungsarten wie Lederjacken, -hosen, -kombis und Chaps. Viele mischen die Kleidungsstücke wie Leder, Gummi, Uniform, Skin, Sportsachen, Lycra oder Anzug und Krawatte. Die Vielfalt ist bestimmt noch größer! Es gibt auch aus Leder hergestellte Sportanzüge oder kurze Sporthosen. Damit kann man eigentlich den Begriff Fetisch wie Fashion oder Mode verstehen.
Das trifft auch häufig zu. Sicher guckt man gern hin, wenn ein Mensch diese Kleidung trägt, die man selbst gern trägt oder die an diesen Menschen einfach gut aussieht. So ist es auch in der ganzen Gesellschaft. Auch Menschen, die sich nicht als Fetischleute bezeichnen, sehen gern andere an oder denen nach, die eine gute Ausstrahlung haben. Dazu gehört neben dem Gesicht, der Statur und dem Habitus wie Bewegung, Gangart und Benehmen eben auch die Kleidung.
Wen wir sympathisch und anziehend finden, entscheiden viele Dinge. So muss ich gestehen, dass ich Männer mit Koteletten bis Unterkante Ohrläppchen sehr anziehend finde und auch deshalb meine Haare so wachsen lasse. Ist das auch ein Fetisch? Ich denke ja.
Und diese Vielfalt sollten wir auch zeigen und uns selbst eingestehen. Ich war in Hamburg zum Ledertreffen vom Spike (danke an die Veranstalter!) auf den sehr gelungenen Partys im Catonium und auf der MS Stubnitz. Dort war ich im Sportoutfit und wurde gerügt, nicht wie auf der Catoniumparty in Lederkombi gekommen zu sein. Doch nach der Motorradausfahrt mit den Hamburger Gay Bikern, die sehr gelungen war (vielen Dank für das Bikerfrühstück von Mr. Chaps und die Organisation und Einladung der HGB!), wollte ich nicht noch den ganzen Abend in der verschwitzten Kombi verbringen. Akzeptieren wir die Fetische der jeweils Anderen. Wichtig ist nur, dass wir diese pflegen und uns nicht dafür schämen!
Dies war in Dortmund in allerherzlichster Form mit verschiedensten Fetischen der Fall. Vielen Dank für die Gastfreundschaft von Dirk Killing und dem MSC Rote Erde. Das Folsom Europe Fest in Berlin war von der Organisation eher chaotisch. Eigentlich sagte man mit zu, dass eine Kommerzialisierung die Kommunikation vereinfache. Doch wurden Schärpenträger zum Spenden sammeln eingeplant als die Pressekonferenz stattfand. Die Anfrage der Presse, welchen Projekten  dieses Jahr die Spendengelder zuflössen, wurde damit beantwortet, eine E-Mail zu schreiben, um nachzufragen. Eingeladene Gäste zu den Partys wurden einen Tag vor Beginn des Folsom Straßenfestes wieder ausgeladen. Diese Dinge stoßen auf und zeigen die Wertschätzung der Veranstalter gegenüber ihren Gästen. Auf die Größe des Festes kann dies nicht zurückgeführt werden, da es weniger Stände gab als im Vorjahr.

Euer Magnus (MFB-09)
 
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