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Mut haben, offen zu sein! |
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Geschrieben von Magnus Reisinger
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Donnerstag, 7. Januar 2010 |
Wenn wir aufeinander achten und uns Wert schätzen, kann es gelingen auch andere auf uns aufmerksam zu machen und ihnen ein positives Beispiel zu sein. Dieses gilt nicht nur für die lesbisch-bi-schwule und transgender Gemeinschaft, sondern besonders für uns Fetischleute.
Als Mr. Fetish Biker besuchte ich 2009 verschiedene Fetischtreffen (Ostertreffen Berlin, Fetischtreffen Köln, Ledertreffen Hamburg, Lederpott Dortmund und Folsom Berlin). Zu diesen Treffen sieht man in den Stadtteilen mit Fetischgeschäften und Szenetreffen, viele Leute in Fetischkleidung - und das ist gut so! So können uns auch andere Menschen wahrnehmen, die nicht in den Dresscodebereich kommen. Wenn uns jedoch niemand sieht und kennen lernt, bauen sich Vorbehalte und Abneigungen auf, die der Nährboden sind für Diskriminierungen. Darum zeigen wir uns!
2009 schrieb ich in der Oktober-Kolumne meine Erfahrungen zu Folsom Europe. Es fielen mir Doppeleinsatz von Schärpenträgern, versprochene und wieder zurückgezogene Einladungen und unstimmige Aussagen bei der Pressekonferenz auf. Doch erst nach dem Fest wurde ich auf noch einen verbesserungswürdigen Umstand aufmerksam gemacht.
Beim Folsom Europe ist der Bereich des Straßenfestes eng abgesperrt und lässt zu jeder Seite nur einen kleinen Bereich als Ein- und Ausgang frei. Diese Absperrungen sind sehr teuer und die "Spende" am Eingang wird von den meisten als Zwangsspende und Abzocke angesehen. Außerdem schottet diese Einigelung ab, baut Hemmnisse auf und lässt Traumata entstehen. "Auf diesem Fest sind nackte Leute bei sexuellen Handlungen zu sehen, also gehen wir lieber einen Umweg", könnte so manche Person denken.
Lassen wir es nicht so weit kommen! Laden wir die Menschen ein, auf das Fest zu kommen und sich selbst ein Urteil zu bilden! Das zuständige Ordnungsamt Berlin teilte mir mit, dass die Absperrungen keine Auflage des Bezirkes sind, sondern ein Wunsch der Veranstalter. Das schwul-lesbische Straßenfest Berlin kennt diese Absperrungen nicht.
Was letztlich die geringe Besucherzahl, die mangelnde Beteiligung der Fetischclubs und den mir von Standbesitzern mitgeteilten um bis zu 70 % zurückgegangenen Umsatz beim Verkauf von Fetischkleidung verursacht hat, muss eventuell noch besser hinterfragt werden. Doch sicherlich trägt eine Einigelung, hohe Standkosten für Vereine und eine geringe Wertschätzung von Presse und Titelträgern nicht dazu bei, die Attraktivität von Folsom Europe zu steigern.
Ich wünsche dem neuen Vorstand von Folsom Europe e.V. Mut und Umsetzungskraft für ein besseres Miteinander von Fetischleuten und Nicht-Fetischleuten. Letztere würde ich gern auf dem Fest sehen. Für Kontakt unter Fetischleuten gibt es genug Platz in den Bars und auf den geschlossenen Dresscodeparties. Noch ist Zeit zu handeln für September 2010! Auf viele schöne Fetischfeste.
Euer Magnus (MFB-09)
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 7. Januar 2010 )
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