Letzte Meldungen

Ende von Top-Medien-Berlin Die Redaktionen von Top-Medien-Berlin (Top-TV, Top-Radio, Top-Print) haben zum 31. Januar 2012 alle Aktivitä Klick für Details...
Spitzentreffen gegen Rechtsextremismus Vor dem Hintergrund der bisherigen Erkenntnisse im Zusammenhang mit der rechtsextremistischen Mordserie haben Bundesministeri Klick für Details...
Berliner Anlauf- und Beratungsstelle Am 19.01.2011 wurde durch Frau Senatorin Sandra Scheeres die Berliner Anlauf- und Beratungsstelle in den Räumen in der Klick für Details...
Kongress Kinderrechte-Kinderschutz Erstmals in Österreich sitzen Betroffene und Fachlaute an einem Tisch. 21.01.2012 18:22:53 - In Deutschland wurd Klick für Details...
Erste Tage der Anlaufstellen Seit wenigen Tagen sind die Anlaufstellen zur Entschädigung ehemaliger Heimkinder in Betrieb. Die ersten Erfahrungen zei Klick für Details...
Familiensonntag der Katholischen Kirche Am 15. Januar begeht die Katholische Kirche ihren Familiensonntag. Die Familie, so heißt es, sei aus christlicher Sicht Klick für Details...
Berufsverbot für pädophile Lehrer Nulltoleranz bei sexuellem Missbrauch von Kindern: Im Kanton Zürich erhalten verurteilte pädophile Lehrer neu zwing Klick für Details...
Kongress über sexuellen Missbrauch Rom - Einen internationalen Kongress über sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester veranstaltet die p&a Klick für Details...
Entschädigung, wirklich eine Entschädigung? Das Thema ist ein leidiges und man möchte sich kaum noch damit befassen, zumal dann nicht, wenn man sieht, daß ger Klick für Details...
Fonds Heimerziehung, Anlaufstellen Einen Überblick aller aktuellen Anlauf- und Beratungsstellen in den westdeutschen Bundesländern und der bislang i Klick für Details...
„Fonds Heimerziehung" Mit Wirkung vom 1. Januar 2012 an stehen Betroffenen Mittel aus dem Fonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in  Klick für Details...
Live vom Brandenburger Tor Das ZDF überträgt die Silvester-Veranstaltung live vom Brandenburger Tor. Auch Top-Medien/AK-Radio wird die Sil Klick für Details...
Urteile von Schmerzensgeldansprüchen Auf dieser Seite werden Entscheidungen und Beispiele zur Höhe von Schmerzensgeldansprüchen nach Vergewaltigung und/ Klick für Details...
Gestaffelte Entschädigung für sexuellen Missbrauch Opfer des sexuellen Missbrauchs innerhalb der Römisch-Katholischen Kirche in den Niederlanden erhalten Entschädigun Klick für Details...
Frage der Verjährung wird geprüft In der Millionenklage, die ein ehemaliges Heimkind gegen das Land anstrebt, lässt der Richter nun die Frage der Verj&aum Klick für Details...
Vor Prozess bekommt Heimkind keine Akteneinsicht LINZ. Jenö Molnar wurde als Kind in Erziehungsheimen schwer misshandelt und stand danach ohne Staatsbürgerschaft au Klick für Details...
Kath. Aufarbeitung von sexueller Missbrauch Die Nachricht, von sexuellem Missbrauch an 10.000 bis 20.000 Kindern und Jugendlichen in katholischen Einrichtungen der Niede Klick für Details...
UN-Kinderrechtskonvention "Individualbeschwerderecht" Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am Montag ein drittes Zusatzprotokoll zur Konvention über die Rechte d Klick für Details...
Weihnachtsgeschichte 2011 Auch wenn die Welt in diesen Zeiten aus allen Fugen zu geraten scheint und es in so vielen Ländern wirtschaftlich schlec Klick für Details...

Sexueller Missbrauch durch Deutsche im Ausland Nach umfangreichen Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Anklage gegen e Klick für Details...

Projekte & Kampagnen

 Projekt Ohne?


logo-1_aufklaerung.jpg

 
 DKHW e.V.
maj_kinder_cs.jpg 

 Berliner Ratschlag für Demokratie
Berliner Ratschlag für Demokratie

Archiv

Startseite arrow Nachrichten arrow Kinder@Heim (D) arrow Zwischenbericht Runder Tisch
Zwischenbericht Runder Tisch PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Michael Ermisch   
Samstag, 23. Januar 2010
Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren

Am 22. Januar 2010 legte, der am 17. Februar 2009 konstituierte, unter dem Vorsitz von Dr. Antje Vollmer (Bündnis 90/Die Grüne), nicht öffentliche Runde Tisch "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren", seinen Zwischenbericht der Öffentlichkeit vor. Es ist ein offizielles Dokument, 46 Seiten lang. Gelegentlich auch mit Behördendeutsch und Bandwurmsätzen. Aber trotz solcher Sachlichkeit macht der Zwischenbericht, den der "Runde Tisch Heimerziehung" nun vorlegt, deutlich, dass eine Vielzahl von Heimkinder in der frühen Bundesrepublik regelrechtes Grauen erfahren haben.

Der Bericht spricht wörtlich vom "System Heimerziehung" mit Leid, Unrecht und großen Mängeln. Dieses Wort, meinte Antje Vollmer, mache Schluss mit der Haltung, es habe nur einzelne Fälle gegeben. Frau Vollmer betone aber, dass es unter den bis zu 800.000 Heimkindern dieser Jahre heute eben auch positiv besetzte Erinnerungen gebe.
„Uns gibt zu denken - obwohl wir jederzeit erreichbar sind, haben sich insgesamt 450 gemeldet“, so Antje Vollmer. Die genaue Zahl der Betroffenen müsse man noch klären. **1

Prügel, Psychodruck, Essens- und Schlafentzug, Trennung von der Mutter im Alter von drei Tagen, auch sexueller Missbrauch - all das gehört zur Schilderung Betroffener, aus denen der Bericht einleitend zitiert. Abschließend spricht das Gremium dann von häufig vorkommenden Misshandlungen, von "mancherorts katastrophalen" und schockierenden Verhältnissen in sogenannten Endstationen.

Der Runde Tisch weist jedoch massiv die Verwendung des Begriffs "Zwangsarbeit" zurück, da dieser an ein "Konzept der gezielten Existenzvernichtung durch härteste körperliche Arbeit" in der Zeit des Nationalsozialismus erinnere. Auch wenn mehrere Ex-Heimkinder vehement schilderten, wie sie - schutzlos - niederste Arbeiten als Zwangsarbeit empfunden hätten. Ähnlich wurde auch die Frage des sexuellen Missbrauchs von der Vorsitzenden des Runden Tisch bagatellisiert. Nur rund jeder dritte der 450 Rückmeldungen war davon betroffen, war die einzige Aussage von Antje Vollmer zu diesem Thema. **2

Auch wenn Frau Dr. Vollmer in ihren Ausführungen betonte, das die drei früheren Heimkinder im Gremium den Zwischenbericht mittragen, widerlegt die Stellungnahme zum Zwischenbericht, der Vertreter der Betroffenen dies. In der Stellungnahme wird eindeutig gefordert: "Die erzwungene Arbeit, die den ehemaligen Heimkindern abgepresst wurde, nach Artikel 12, Absatz 3 des Grundgesetzes als verboten und als schweres Unrecht zu beurteilen ist". **3

Die Beteiligten des Gremiums sind: Vertreter mehrerer Bundesministerien, Bundesländer, von Wissenschaft, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und Betroffenen. Sie werden im Dezember 2010 ihren Abschlussbericht als Empfehlung dem Deutschen Bundestag vorlegen.

Kommentar der Redaktion:
**1     Man kann Vermutung und Spekulation anstellen, warum sich sowenig Betroffene an den Runden Tisch gewandt haben. Jedoch ist es sehr auffällig, dass es unserer Redaktion gelungen ist, in einem Jahr intensiver Arbeit fast zwei Tonnen an Aktenmaterial zu sichten und sicher zustellen, sowie auch mit einer Vielzahl von Betroffenen persönlich zu sprechen, die den Runden Tisch kein Vertrauen schenken. Warum das so ist, werden wir Ihnen in unserer 14-tägigen Dokumentations-Serie "Kinder & Heime" hier auf Top-Medien und Top-TV by ALEX belegen.

**2     Kinderarbeit wurde 1903 bereits in Deutschland verboten.
Das Grundgesetz sagt in Artikel 12: (1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden. (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht. (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
Wikipedia definiert den Begriff Zwangsarbeit wie folgt: Als Zwangsarbeit wird eine Arbeit bezeichnet, zu der ein Mensch unter Androhung einer Strafe oder eines sonstigen empfindlichen Übels, gegen seinen Willen, gezwungen wird. Sie ist – mit verschwimmenden Übergängen – die schärfste Form der Arbeitspflicht.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definierte 1930 in Art. 2 Abs. 1 des Übereinkommens über Zwangs- und Pflichtarbeit die Zwangsarbeit als unfreiwillige Arbeit oder Dienstleistung, die unter Androhung einer Strafe ausgeübt wird. Nicht dazu gehören laut Abs. 2 des Übereinkommen: Militärdienst, übliche Bürgerpflichten, Arbeit im Strafvollzug, notwendige Arbeit in Fällen höherer Gewalt und Arbeit, die dem unmittelbaren Wohl der Gemeinschaft dient.

**3     Nicht nur die Stellungnahme der Vertreter der Betroffenen auch die bei der Pressekonferenz anwesenden ehemaligen Heimkinder, Interessenvertreter von Betroffenen (u. a. Rechtsanwälte) und Experten kritisierten massiv die Haltung der Vorsitzenden des Runden Tisch, Dr. Antje Vollmer, zum Thema Zwangsarbeit und sexueller Missbrauch. Auch findet der Ansatz von Präventionsarbeit und Aufklärungsarbeit, insbesondere im Bereich der Jugendhilfe und Bildung, wenig Beachtung. Lediglich die Vertreter der Betroffenen appellieren in ihrer Stellungnahme zum Zwischenbericht an die Verantwortlichen hier tätig zu werden.

--------------------------

Den TV-Beitrag von Top-TV finden sie hier ...

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 23. Januar 2010 )
 
< zurück   weiter >
© 2012 www.top-medien-berlin.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.