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Geschrieben von pethens
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Freitag, 5. Februar 2010 |
Am 7. Februar 2010 jährt sich der Todestag von Hatun Sürücü zum fünften Mal. Die Ermordung der jungen Mutter auf offener Straße hat 2005 eine breite gesellschaftliche und politische Debatte über Zwangsverheiratung und sogenannte Ehrverbrechen ausgelöst. Es muß allen ein zentrales Anliegen sein, dass alle Mädchen und Frauen unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer religiösen Überzeugung die Möglichkeit haben, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen und frei von Gewalt zu gestalten. Mord und jegliche Form von Gewalt im Namen der Ehre sind in keinem Fall hinnehmbar.
Unterschiedliche Vorstellungen über die richtige Lebensweise innerhalb einer Familie können durch die Migration verstärkt werden und zu Spannungen führen. Vielen Familien gelingt es, hier konstruktive und individuelle Lösungen zu finden. In anderen Fällen eskalieren die Konflikte und es wird versucht, sie gewaltsam zu lösen. Die Formen der hierbei angewandten Gewalt reichen von massiven Drohungen und Einschüchterungen über körperliche Züchtigung bis hin zu Tötungsdelikten.
Carola Bluhm, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: „Beratungsstellen und Zufluchtseinrichtungen leisten einen wichtigen Beitrag, damit betroffene Mädchen und Frauen einer gewaltgeprägten Situation entfliehen können. Noch vorhandene Schutzlücken müssen geschlossen werden. Und wir führen gemeinsam mit den Communities einen kontinuierlichen Diskurs mit dem Ziel, Gewalt gegen Mädchen und Frauen in jeglicher Form zu ächten“.
In den vergangenen Jahren wurden daher die spezifischen Belange von Migrantinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, stärker in den Fokus von Maßnahmen des Berliner Senats zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt gerückt. Unter anderem werden seit Januar 2010 durch das Fraueninfrastruktur-Programm Mittel zur Verfügung gestellt, um den Kontakt zu den Communities zu pflegen und zu intensivieren. Außerdem beteiligt sich Berlin ab 2010 an der Weiterfinanzierung der Online-Beratung SIBEL für von Zwangsverheiratung und familiärer Gewalt betroffene Migrantinnen. Diese Form der Beratung stellt ein niedrigschwelliges und somit besonders wichtiges Hilfeangebot dar. Damit gewaltbetroffene Migrantinnen möglichst rasch das auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Unterstützungsangebot finden, wurde kürzlich der Wegweiser für von häuslicher Gewalt betroffene Migrantinnen neu aufgelegt. Er kann unter http://www.berlin.de/lb/intmig/wegweiser/index.html abgerufen werden.
Im Gedenken an Hatun Sürücü wird am 7. Februar 2010 um 11 Uhr, Oberlandgarten 1/Ecke Oberlandstr. in Tempelhof eine Kranzniederlegung statt finden, an der auch Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus teilnehmen wird.
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 5. Februar 2010 )
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