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Opferverband fordert Konsequenzen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Monika Tschapek-Güntner   
Montag, 8. Februar 2010

Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH) befasst sich seit Jahren mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs von Heimkindern und Kindern in kirchlichen Schulen. Die Vorwürfe, dass die Kirche ein falsches Spiel betreibe, führte letzten Endes dazu, dass der VEH vom Runden Tisch Heimerziehung in Berlin ausgeschlossen wurde. Nun bestätigen die aktuellen Vorgänge fast alle Vorwürfe des VEH. Nahezu systemrelevant stellt sich das Versagen der kirchlichen Erziehungsinstitutionen dar und noch mehr der Vorwurf, dass die Kirche falsch spiele.

Erst nach Verjährung und trotz Kenntnis des Vatikan – laut Presse – wird die Kirche aktiv. Die Vorsitzende Tschapek-Güntner vom VEH: „Wir kennen das aus vielen Akten, erst wenn es öffentlich wird, wird vordergründig agiert. Zuvor wird vertuscht und mit Urlauben und Sachgeschenken Schweigen erkauft.“ Auch der Zwischenbericht Heimerziehung reflektiert das Vorgehen der Kirche. Frau Vollmer spricht von einem notwendigen Klima des Vertrauens , nicht von Fakten und Tatsachen. Wo ist das Vertrauen nun? Bereits 2006 wussten wir durch ein zugespieltes Strategiepapierer der Bischofskonferenz die Taktik der Kirche (zu finden unter veh-ev.info). Keine Offenheit , sondern Abwehr tatsächlicher Fakten ist Kirchentstrategie. Auch das Gespräch im September 2009 bei Erzbischof Zollitsch ist nun ad Absurdum geführt. Die aktuellen Ereignisse zerpulvern jegliche Vertrauensbildung.

Wir, der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH), fordern:

1.Der Komplex Canisius Kolleg muss Gegenstand am RT Heimerziehung werden. An dem aktuellen Beispiel kann man so die Pflicht der Kirchen gegenüber Opfern diskutieren, auch bezüglich der Entschädigung – das Thema des RT in 2010 ist ja materielle Entschädigung.

2.Die Kirche muss für die Vorgänge in Berlin geradestehen, nicht die Schule, der man für die Entschädigung Bildungsmittel entziehen könnte.

3.Sämtliche kirchlichen Privatschulen müssen auf den Prüfstand der Genehmigungsbehörden. Die Unterdrückung der Sexualität durch selbst auferlegte, indroktinierte Vorschriften führt offensichtlich zu systematischen Verfehlungen durch die Unterdrückten an Kindern. Die Zuverlässigkeit dieser Einrichtungen muss unter neues Regime , angepasst an die Realität einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist gefordert, jetzt Flagge zu zeigen und alle – aber wirklich auch alle – kirchlichen Privatschulen einer gründlichen Prüfung zu unterziehen!

Vor Gott sind alle gleich – das bedeutet, dass Vorgänge in Los Angeles nicht anders behandelt werden dürfen wie hier! (In Los Angeles hat die katholische Kirche bislang ca. 750 Millionen Dollar an 553 Opfer gezahlt und musste zum Abdecken dieser Summe einige Immobilien veräußern)

4.Die jüngsten Opfer sollen ihrer Verantwortung für alle Opfer gerecht werden, so schwer das auch sein mag. Wir brauchen Sie! Stellen Sie sich an unsere Seite!

Der VeH bleibt engagiert für seine Mitglieder die sexuell in kirchlichen Institutionen missbraucht wurden.

Tschapek-Güntner: „Die Vorgänge in Berlin sind ans Licht gekommen, weil es uns gibt, weil wir seit Jahren um Öffentlichkeit bemüht sind, weil in unseren Reihen so viele, engagierte Mitglieder über ihre eigenen Erfahrungen sprechen. Und sie werden letzten Endes zu mehr Gerechtigkeit für alle führen. Dennoch führen sie erstmal zu einer neuen Retraumatisierung vieler unserer Mitglieder!

 

Verein ehemaliger Heimkinder e.V.

Monika Tschapek-Güntner

 

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 19. Februar 2010 )
 
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