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Berlin: Der Friedensfilmpreis wurde heute zum 25.Mal verliehen für den Film „Son of Babylon“ an den im 1978 in Bagdad geborenen Regisseur Mohamed Al-Daradji. Er ist Mitbegründer des „Human Film“, eine Englische und Niederländische Spielfilm-Produktionsgesellschaft. Mohamed Al-Daradji studierte zunächst Kunst in Bagdad und ging dann nach Holland , um Filmund Fernsehproduktion zu studieren. -Nach dem Zusammenbruch des Saddam-Regime 2003 , ging Mohamed in den Irak zurück und machte dort seien ersten Spielfilm „Ahlaam“. Dieser Film wurde auf über 125 Internationalen Festivals gezeigt und erhielt 22 Preise; zudem repräsentierte er den Irak als „Oskar“ - und „Golden Globe“ -Nominierter.  
Die Begründung der Jury für die Auswahl dieses Films lautet: (…) Ein Film über Schuld,Wahrheit, Reue und Vergebung und über die Stärken der Großmütter, die die ganze Welt in ihren Händen halten: Eine lange Reise.“ Das klingt sehr schön, stimmt aber - die Stärke der Großmutter betreffend - auch nicht für diesen Film. Die Großmutter, am Ende des Films nach einer langen und vergeblichen Suche nach ihrem im Krieg verschollenen Sohn auch am Ende ihrer geistigen und physischen Kraft, stirbt. Zurück bleibt Ahmed, ihr 12-jähriger Enkelsohn, der sie auf der Suche nach seinem Vater begleitet hat.Ohne weitere Angehörige ist er nun auf sich gestellt und der Zuschauer kann nur hoffen , dass die Gesten der Hilfe und Versöhnung unter den Menschen im Irak, die der Regisseur hervorhebt auch dem Jungen nützen können.-Ein erstklassig gemachter Film, der den Zuschauer tief in seinen Bann zieht und ihn streckenweise weinen läßt. Man/frau kann nur hoffen, dass der Zuschauer das Richtige daraus lernt- was auch das Anliegen des Regisseurs ist : keine Kriege mehr! - Als Spruch (!) formuliert ohne sich mit den Zusammenhängen und den Ursachen von Kriegen zu befassen, dient das aber nur zur eigenen – des Zuschauers – Beruhigung. Wie ein Jury-Mitglied , Christian Ziewer, in seiner Rede betonte, nämlich dass auch das einzelne Jury-Mitglied natürlich subjektiv -aus seinen Informationen über die Welt – entscheidet, welchen Film er/sie für friedensfilmpreiswürdig hält! Er erwähnte, dass u.a. auch ein sehr bemerkenswerter Film über die Situation der Palästinenser im Gaza-Streifen, die der Angriffe der palästinensischen Soldaten während einer friedlichen Demonstration ausgesetzt sind, eingereicht wurde. Auch dieser Film wäre preiswürdig gewesen . Bemerkenswert auch die Rede von Dr. Dieter Lehmkuhl, Mitglied des Vorstands der IPPNW ( Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.), der u.a. hervorhob, dass „die Wirlichkeit des Krieges“ in diesem Film gezeigt wird, „vielschichtiger als Fotos und Reportagen“ das können.Es war eine kritische Rede gegen die Gleichgültigkeit,und gegen die Selbstverständlichkeit, mit der häufig Kriegsbilder und -Reportagen konsumiert werden. Ebenso eindrucksvoll die Laudatio von Carolin Emcke, Autorin und internationale Reporterin. Wie auch von einem Jury-Mitglied vorgeschlagen , sollte der Film -so er nicht viele Verleiher findet- auf DVD kopiert werden und in Schulen und anderen Einrichtungen gezeigt werden. Alles richtig. - Vermißt habe ich mal wieder die politische Diskussion! |