Es ist nie zu spät, über sexuellen Missbrauch zu sprechen.
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Missbrauch in Österreich?
Geschrieben von pethens
Montag, 1. März 2010
Nachdem vergangene Woche die deutschen Bischöfe ihre Frühjahrstagung durchführten, beginnt am Montag (bis Donnerstag) die Frühjahrstagung der österreichischen Bischöfe. Ihre Tagung ist in den Sog sexueller Missbrauchsfälle geraten, die der deutschen Kirche seit einiger Zeit schwer zu schaffen machen. Wie werden sich die österreichischen Bischöfe zu diesem Problemfeld stellen? Bisher lag die Verantwortung in diesen Fragen bei den Ortsbischöfen, doch mehren sich die Stimmen in Österreich, ähnlich wie in Deutschland zu einer einheitlichen Haltung zu kommen, wie sie bereits in den Leitlinien von 2002 in Deutschland angedacht war, offenbar aber nicht in gewünschter Weise umgesetzt wurden.
Es geht in Österreich nun ebenfalls um einheitliche Leitlinien, um Ombudsmänner und um die Verbesserung der Prävention wie auch um den Umgang mit den Opfern. Ob die österreichischen Bischöfe, wie die deutschen Kollegen, für sich das Recht der Erstermittlung in Anspruch nehmen, bleibt abzuwarten. Abzuwarten bleibt auch, wie in Österreich die Bevölkerung auf diese Provokation des Rechtsstaates reagieren wird.
Die Rechtslage in Österreich ist jedoch eine andere als in Deutschland. Während in Deutschland die Bischöfe vor Amtseintritt ein Treuegelöbnis gegenüber dem deutschen Staat abgeben, das vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Treuebegriff sehr weitgehend ist, legen die österreichischen Bischöfe keinen Treueeid ab. Bei Verdacht einer Straftat ermitteln die österreichischen Behörden in eigener Zuständigkeit, sind aber verpflichtet, den zuständigen Ortsbischof zu informieren. Somit dürfte es in Österreich nicht zu einer vergleichbaren Zuspitzung wie in Deutschland kommen. Für Deutschland ist diese auch kaum nachvollziehbar, da die Leitlinien eine innerkirchliche Verwaltungsanweisung darstellen, die weder nach Kirchenrecht noch nach staatlichen Rechts Gesetzeskraft hat. Die katholische Kirche in Deutschland wird ihr Verhältnis zum demokratischen Rechtsstaat und zur Verfassungsordnung in Deutschland radikal überdenken müssen.
Die Bundesministerinnen stellen den Abschlußbericht der Bundesregierung zum sexuellen Missbrauch vor.
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TopTV Sendung vom 25.10.2011
Frau Dr. Christine Bergmann beendet Amtszeit als Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs und bilanziert die Ergebnisse ihrer Arbeit und informiert über die Zukunft der Anlaufstelle
Interview mit Frau Dr. Bergmann, Prof. Fegert, Michael Ermisch, und Kathrin Radke