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"Vereinigung der Stiefkinder der Nation" (Riksförbundet för Samhällets Styvbarn) ist eine Selbsthilfeorganisation ehemaliger Heimkinder in Schweden. Sie wurde 2004 gegründet. Auftrieb erhielt sie durch die Fernsehausstrahlung eines Berichtes über Kinderheime in Schweden am 25. November 2005 unter dem Titel "Gestohlene Kindheit" (Stulen Barndom). Es ging um die Situation in den schwedischen Kinderheimen in den Jahren von 1950 bis 1970. Ehemalige Heimkinder kamen ausführlich zu Wort. Vor der schwedischen Gesellschaft breitete sich eine Szenerie aus Gewalt, Disziplinierung, Kinderarbeit, Demütigungen, entwürdigende Behandlung, Mangel an Mitgefühl und Wärme aus. Dies war nicht nur die Erfahrung älterer Kinder und Jugendlicher, sondern auch schon sehr junger Heimkinder.
Als Reaktion auf diese Sendung wurde von dem schwedischen Sozialminister Morgan Johansson eine Studie über Mißhandlungen von Kindern und Jugendlichen in der schwedischen Jugendfürsorge in Auftrag gegeben. Sie stand unter der Federführung von Göran Johansson. Bisher wurden 404 Personen befragt. Der älteste war 1925, der jüngste 1980 geboren. Der Zwischenbericht "Inquiry on Child Abuse and Neglect in Institutions and Foster Homes" wurde am 14. Januar 2010 vorgelegt. Maria Larsson, schwedische Gesundheitsministerin, kommentierte: "Ein schreckliches Stück schwedischer Geschichte, das nur schwer zu akzeptieren ist". Die Liste der Vorwürfe ist lang, angefangen von Prügel und Mißhandlungen, über das Essen von Erbrochenem, Einsperren oder Aussperren in die winterliche Kälte ohne ausreichende Kleidung, bis hin zum sexuellem Mißbrauch und Kinderarbeit. Der Endbericht soll 2011 vorliegen und sich auf über 1000 Befragungen stützen. Vor dem Hintergrund der Diskussion über die Heimerziehung in Schweden gründete sich der Club "Geraubte Kindheit", der eine juristische Aufarbeitung dieses Teils der schwedischen Geschichte bis hin zu Entschädigungen durchzusetzen sucht. Bestärkt wurde sie dadurch, daß in Norwegen die Gemeinde, zu deren Zuständigkeit ein Waisenhaus gehörte, mehr als 725 000 NOK an ehemalige Heimkinder zahlte. In Schweden konnten ehemalige Heimkinder jedoch ihre Forderungen noch nicht durchsetzen: 1) Absolutes Verbot der Vernachlässigung in sozialen Einrichtungen 2) Entschuldigung 3) finanzielle Entschädigung in beträchtlicher Höhe für jedes Heimkind Die schwedische Politik strebt hingegen eine Verbesserung des politischen und rechtlichen Rahmens für Heimkinder an. Die Aufsicht durch die Behörden soll ausgebaut werden. Die Betroffenen bauten inzwischen das System der schwedischen Selbsthilfegruppen weiter aus, richteten Internet-Foren ein und starteten zahlreiche Initiativen.Ein Newsletter ist seit 2008 im Internet eingestellt. (www.stulenbarndomstockholm.se und www.styvbarn.se) |