Startseite Kinder@Heim (D) Priestermangel durch Mißbrauch?
|
|
Priestermangel durch Mißbrauch? |
|
|
|
|
Geschrieben von pethens
|
|
Sonntag, 1. August 2010 |
Diese überraschende These hat Erzbischof Robert Zollitsch in die Welt gesetzt. Der Rückgang der Bewerberzahlen gehe auf die Verunsicherung zurück, die durch den Skandal um den sexuellen Mißbrauch durch Priester hervorgerufen worden sei. Dabei wird übersehen, daß der Rückgang der Priesterzahlen schon seit dem II. Vatikanischen Konzil zu beobachten ist. Schon damals wurde beklagt, daß das Konzil zwar einige grundlegende Aussagen zum Bischofsamt, nicht jedoch zum Priesteramt gemacht habe. Damit sei versäumt worden, das Priesteramt in der modernen Welt neu zu definieren.
Gewöhnlich wird die Berufung zum Priestertum auf das Wehen des Heiligen Geistes zurückgeführt; jetzt also gilt es, wie Erzbischof Zollitsch meint, ihm mit Werbestrategien zu Hilfe zu kommen. Ob das was bringt? So recht daran glauben mag man nicht. Jetzt, wo phädophil und homosexuell veranlagte Menschen vom Priesteramt ferngehalten werden sollen, wird eine Tür für mögliche Kandidaten geschlossen ohne eine andere zu öffnen, die einen Ausgleich für den Verlust bringen könnte. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren verschärfen. Für diese Vorhersage braucht es keinen Propheten. Die Priesterschaft in Deutschland ist überaltert; Nachwuchs ist kaum da. Hier rächt sich, daß man in den letzten Jahren nicht verstärkt dazu übergegangen ist, verheiratete Diakone zu weihen. Man hält weiter an einem altertümlichen Priesterbild fest und hofft darauf, daß der liebe Gott es schon richten werde. Wie war das damals in Byzanz, als der Oströmische Kaiser als Vikarius Christi fest im Glauben stand, daß sein Reich nicht von einer feindlichen Macht überwunden werden könne, und doch bröckelte das Reich nach und nach und schließlich fiel dann auch noch Konstantinopel in die Hände der Türken. Gottvertrauen ist gut, daß damit aber der Verstand außer Kraft gesetzt werde, steht nirgends geschrieben! |
|