Es ist nie zu spät, über sexuellen Missbrauch zu sprechen.
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Missbrauch Maßnahmenpaket beschlossen
Geschrieben von tirol-orf
Montag, 16. August 2010
Tirol: In einer Sondersitzung hat sich am Sonntag die Landesregierung Tirol mit den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen in öffentlichen Betreuungseinrichtungen beschäftigt. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kündigte Entschädigungszahlungen an. LH Günther Platter bat am Sonntag die Opfer von Missbrauchsfällen um Verzeihung. Beim Festakt anlässlich des "Hohen Frauentages " kündigte Platter auch Entschädigungszahlungen an. In ihrer Sitzung am Hohen Frauentag auf Antrag von LR Gerhard Reheis (SPÖ) hat die Tiroler Landesregierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die Opfer von physischer, psychischer und sexueller Gewalt beschlossen.
Dass Jugendliche und Kinder seelische und physische Gewalt erleiden hätten müssen sei traurig und beschämend. Geschehenes könne nicht ungeschehen gemacht werden, es dürfe auch keine pauschalen Verurteilungen geben. Das dunkle Kapitel müsse aber lückenlos aufgearbeitet werden. Wo es notwendig sei, habe es Anzeigen gegeben und es werde Entschädigungszahlungen geben. Die Botschaft für die Zukunft sei: "nie mehr wieder", sagte Platter "und es gebe viele Menschen, denen Leid zugefügt wurde. Ich bitte im Namen des Landes Tirol die Opfer um Verzeihung für erlittenes Unrecht, für Gewalt und seelische Schmerzen, die von Menschen im Dienst des Landes verursacht wurden. Geschädigte brauchen Hilfe und Unterstützung. Dafür wird das Land Tirol auch finanziell gerade stehen und damit seiner Verantwortung nachkommen," sagte Platter
Konkret werden seitens des Landes Tirol für die Opfer in Landeseinrichtungen die notwendigen Therapien zur Verfügung gestellt. Die therapeutische Aufarbeitung der traumatischen Geschehnisse habe absoluten Vorrang, so Gerhard Reheis. Die Therapieform wird für jeden Einzelfall von einer Expertengruppe festgelegt. In Anlehnung an das Entschädigungsmodell der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft soll das erlittene Unrecht durch eine einmalige Entschädigungsleistung in Form von Schmerzengeld materiell abgegolten werden. Die Höhe der Abgeltung soll ebenfalls eine Kommission vorschlagen. Ein wesentlicher Teil des beschlossenen Opferschutzpaketes betrifft die Prävention. Um Übergriffe in Zukunft zu verhindern, wird eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den Bereichen Jugendwohlfahrt, Soziales, Psychologie und Pädagogik vorbeugende Maßnahmen erarbeiten. Zur Diskussion stehen Bildungsangebote zur Gewaltprävention ebenso wie der Ausbau von Beratungsangeboten.
Als weiterer Ausdruck dafür, dass das Land Tirol die historische Verantwortung für die Geschehnisse übernimmt, wird ein Auftrag zur Aufarbeitung der Geschichte der Heimerziehung vergeben. "Das vorliegende Maßnahmenpaket ist ein guter Anfang für die Aufarbeitung der physischen, psychischen und sexuellen Gewalt, die Bürgerinnen und Bürger in einigen unserer Einrichtungen erleben mussten. Wir haben aber noch viel Arbeit vor uns", ist sich LR Gerhard Reheis bewusst. Seit März dieses Jahres haben sich 118 Opfer mit 130 Beschwerden über physische und psychische Gewalt sowie mit weiteren 18 Beschwerden über sexuelle Gewalt bei der Anlaufstelle des Landes Tirol gemeldet. Von den insgesamt 148 Beschwerden betreffen 32 Fälle Landeseinrichtungen. Betroffen sind auch kirchliche und städtische Einrichtungen, Schulen, die Klinik und Vereine.
Die Bundesministerinnen stellen den Abschlußbericht der Bundesregierung zum sexuellen Missbrauch vor.
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TopTV Sendung vom 25.10.2011
Frau Dr. Christine Bergmann beendet Amtszeit als Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs und bilanziert die Ergebnisse ihrer Arbeit und informiert über die Zukunft der Anlaufstelle
Interview mit Frau Dr. Bergmann, Prof. Fegert, Michael Ermisch, und Kathrin Radke