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Jugendämter: Alter Wein in neuen Schläuchen! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von WoWi   
Mittwoch, 18. August 2010

Frontal 21, moderiert von Hilke Petersen, brachte am 17. August einen Bericht über den Aktionismus von Jugendämtern und den Anstieg der Belegzahlen in Kinderheimen und Pflegefamilien. http://www.myvideo.de/watch/7712455   Um 30% seien die Zahlen der sogenannten Inobhutnahme in den letzten Jahren gestiegen. Der Bericht war wie ein déjà-vu! Wiederholt sich nun die unsägliche Geschichte, die bis in die 60er und 70er Jahren soviel Leid über die Heimkinder gebracht hat und Probleme schuf, mit denen viele ehemalige Heimkinder noch heute zu kämpfen haben? Man möchte es nicht wahrhaben, zumal der Runde Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren doch eine Sensibilisierung für die Probleme der Heimerziehung herbeigeführt haben sollte.

Sprachlos folgt man dem Beitrag von Frontal 21. Alte Bilder steigen wieder auf. Manches wirkt so vertraut. Aber nicht nur das. Mit einem Mal wird vieles von dem, was damals geschah, im Lichte der neueren Entwicklung verstehbar. Es ist als ob sich der Nebel über das Geflecht behördlicher Zuständigkeiten und Strategien wie ein Schleier hebt. Die Erkenntnis drängt sich auf, daß es heute wie damals nicht um das Kind geht. Vielmehr wollen die Verantwortlichen nicht verantwortlich sein. Für Todesfälle von Kindern, durch Verhungern oder Mißhandlungen, der jüngeren Zeit in die Pflicht genommen, geraten die Mitarbeiter der Jugendämter in Panik und versuchen kritische Fälle durch Einweisungen in Heime und Pflegefamilien zu lösen. Damit sind sie, wie der Bericht hervorhebt, die Verantwortung los. Ihnen kann also nicht mehr am Zeug geflickt werden! Auf der anderen Seite stehen Kinderheime GmbH, die zur Existenzsicherung händeringend um Kinder flehen. Bis zu 7000 Euro soll heute ein Heimplatz kosten. Offenbar ein gutes Geschäft. War das nicht auch damals schon so? Die Jugendämter und Vormundschaftsgerichte wiesen die Kinder in Heime ein, entledigten sich damit ihrer Pflicht und überließen die Kinder religiösen Gruppen, die durch die Erziehung der Heimkinder sich den Lebensunterhalt verdienten. Damals wie heute wurden und werden die Kinder im Interessenspektrum von Jugendämter und Erziehungswirtschaft instrumentalisiert. Wo bleibt hierbei das vielbeschworene "Wohl des Kindes". Die Trennung von den Eltern, wie die Zustände auch sein mögen, ist für das Kind immer ein traumatischer Akt. Das dürfte doch inzwischen Allgemeingut sein. Probleme der Kinder und der Eltern wie mit einer Lupe zu vergrößern, wie Meinrad Armbruster, Professor für pädagogische Psychologie in Magdeburg, hervorhebt und das dramatisierte Bild zur Grundlage des behördlichen Eingreifens zu machen, sei ein nicht zulässiges Verfahren. Wie wahr, denn ein solches Verfahren ist in 100.000 Akten von "Altfällen" hinreichend belegt! Doch wie es scheint, feiern die  unkontrollierten Handlungsweisen der Jugendämter wieder fröhliche Urstände. Ein Heimkind bringt bis zu 7000 Euro im Monat. Oh Gott; gebt die Hälfte davon den Eltern und die Probleme sind zum größtenteils gelöst!!! Das es auch anders geht, daß zeigt der Bericht von Frontal 21 auch. Die Stadt Lübeck hilft den Eltern in einer anderen Weise, die eine Inobhutnahme des Kindes nicht notwendig macht. Man kann also doch aus der Geschichte lernen, nur sollten diese Fähigkeit alle Jugendämter besitzen. Dann werden die Kindern ihnen ihre Hilfe auch einmal danken und ein Runder Tisch Heimerziehung in 20 oder 30 Jahren nicht notwendig sein.
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 18. August 2010 )
 
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