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Kirche und sexueller Missbrauch in Belgien! |
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Geschrieben von pethens
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Freitag, 10. September 2010 |
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Im April war der Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, wegen sexuellem Mißbrauchs seines Neffen von seinem Amt zurückgetreten. Doch das ist, wie sich jetzt herausstellt, nur die Spitze eines Eisbergs gewesen. Heute legte die Kommission unter Peter Adriaenssens einen Bericht über den sexuellen Mißbrauch an Kindern und Jugendlichen durch Priester und kirchliche Mitarbeiter in Belgien vor. Von den 50er bis in die 80er Jahren belaufen sich die bekannt gewordenen Fälle auf nahezu 500, d.h. aufgrund der Untersuchung haben sich bisher 475 Opfer gemeldet. Das Erschreckende, so geht aus diesem Report hervor, sei die Gleichgültigkeit gewesen, mit der die kirchlichen Verantwortlichen die ihnen gemeldeten Fälle behandelt haben, oder richtiger, nicht behandelt hätten. Die meisten Fälle sind verjährt, viele der Täter verstorben. weitere Infos unter: www.commissiemisbruik.be
Zahlen kursierten schon seit einiger Zeit. Ein belgischer Pfarrer sprach bereits vor einigen Wochen von 300 Fällen, nun haben sich diese bald um 2/3 erhöht. Wie sich herausstellt, wurden Kinder vor allem im flämischen Teil des Landes mißbraucht. Priester und Religionslehrer wie auch Betreuer mißbrauchten vorwiegend Kinder unter 14 Jahren, und zwar in Schulen, Internaten und Jugendgruppen. Erschreckend sei auch die hohe Zahl von Selbstmordfällen unter den Opfern. 13 Selbsttötungen und 6 Versuche wurden aktenkundig. Bei anderen Opfern habe der Mißbrauch tiefe Spuren im weiteren Leben hinterlassen.
Vor dem Hintergrund des aktuellen Berichtes dürften nun wieder jene Gerüchte genährt werden, die bereits vor einigen Wochen die Kirche in Belgien, hier vor allem Kardinal Godfried Danneels, unter Druck geraten liessen, zumal man bei ihm vertrauliche Unterlagen zum Fall Marc Dutroux fand. Auch wenn das damalige Vorgehen der Justiz inzwischen als unrechtmäßig eingestuft wurde, befindet sich die Kirche in Belgien in einer mißlichen Lage.
Die Kirche in Belgien wird den Schock erst einmal verkraften und überlegen müssen, wie man mit den Opfern umgeht und wie man zukünftig Mißbrauch verhindern will. Ob die Lösung der katholischen Kirche in Deutschland ein erfolgversprechendes Modell dabei sein kann, darf freilich bezweifelt werden. |
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 14. September 2010 )
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