Hinrichtung von Reginald Blanton
Geschrieben von Administrator   
Sonntag, 1. November 2009

Offener Brief an den Gouverneur von Texas, Rick Perry, wegen der Hinrichtung von Reginald Blanton am 27.10.09

Gestern töteten Sie wissentlich einen weiteren unschuldigen Menschen. Sie haben die Macht, aber sicher hatten Sie nicht das Recht dazu. Alle, die mit diesem Fall vertraut sind, empören sich darüber. Aber Sie - da bin ich sicher -, schlafen gut.

Der Schmerz und der Zorn über diese eklatante Ungerechtigkeit bringt den Schmerz und den Zorn der Menschen im Irak und in Afghanistan ins Bewusstsein, welcher sie zwingt, „Rebellen“ oder „Terroristen“ zu werden. Im Falle, dass sie der US-Regierung genehm sind, werden sie „Freiheitskämpfer“ genannt. 

Andre Bios kämpfte im Irak für „Freiheit und Demokratie“. In seinem Heimatland ermordete der Staat seinen unschuldigen Bruder Reginald. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie er oder seine Mutter sich fühlen, aber allein der Versuch jagt mir Schauer meinen Rücken hinunter.

Ich bin gegen die Todesstrafe, so wie es alle anderen westlichen Nationen sind. Die USA sind die einzige Ausnahme, und Texas ist der einsame Rekordhalter von staatlich sanktioniertem Töten.

Meine Freunde hier in Europa, deren verzweifelte Stimmen gestern Abend Ihre Sekretärin angerufen haben, sind dankbar, dass Zivilgesellschaften diese furchtbare Praxis abgeschafft haben. Eines Tages werden auch Texaner dankbar sein, dass sie sich einem ethisch gelenktem Justizsystem angeschlossen haben. Bis dieser Tag kommt, hoffe ich, dass der Schmerz und der Zorn, den Sie hervorgerufen haben, die Menschen in ihrem Entschluss stärkt, für die Abschaffung dieser mittelalterlichen Praxis zu kämpfen und Sie der Gerichtsbarkeit übergeben. Denn ob Todesstrafe Ja oder Nein, Unschuldige zu ermorden, ist überall eine Straftat.

October 28 , 2009

Hans-Jürgen Müller
Heidelberg,Germany
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Originaltext in englischer Sprache:

 

Open Letter to Governor Rick Perry on the execution of Reginald Blanton

Yesterday you knowingly killed another innocent man. You had the power, but you certainly didn't have the right. All familiar with the case are revolted. But you, I'm sure, sleep well.

The pain and anger at this blatant injustice calls to mind the pain and anger of the people of Iraq and Afghanistan which force them to become "insurgents" or "terrorists". If the US government liked them, they'd be called "freedom-fighters".

Andre Bios fought in Iraq for "freedom and democracy". In his home country the state murdered his innocent sibling Reginald. I can't really imagine how he or his mother feels, but just the attempt sends chills down my spine. 

I'm against the death penalty, as all other western nations are. The USA is the sole exception, and Texas is the lonesome record-holder in state sanctioned killings. 

My friends here in Europe, those desperate voices that called your secretary last night, are thankful that civil society has abolished this dreadful practice. One day, Texans will also be grateful that they have joined a modern, ethically driven justice system. Till that day comes, I hope the pain and anger you aroused will strengthen peoples resolve to fight for the abolishment of this medieval practice and bring you to justice. Because death penalty yes or no, murdering innocents is a crime everywhere!

October 28, 2009

Hans-Jürgen Müller
Heidelberg, Germany
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 1. November 2009 )